Geschichte Siedings
Sieding um 1930:
Die Seelenzahl beläuft sich auf 65 Familien. Sie sind Waldbauern, welche sich größtenteils mit Feldbau, mit Holzkohlen- und Brettererzeugung ihren Erwerb verschaffen. Angebaut wird auf hiesigem Boden welcher aus Weizen, Roggen Gerste, Hafer und Buchweizen besteht.
Die umliegenden Berge besitzen ausgedehnte Wälder mit beträchtlichem Wildbestand, wie Hirsche, Rehe, Hasen, Füchse, Auer- und Haselhühner. Am Gösingberge befindet sich am westlichen Abhange eine ziemlich große Höhle – das Heisserloch genannt - in welcher sich jetzt noch mehrere Menschenknochen befinden, die der Sage nach von den bei der letzten Invasion der Türken im Jahre 1683 ermordeten Ortsbewohner herrühren sollen.
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Bis Ende 1968 war Sieding mit den zugehörigen Rotten Stixenstein, Thann, Gadenweith und Gutenmann eine selbstständige Gemeinde. Aber nachdem die Niederösterreichische Landesregierung in den 60-er Jahren die Zusammenlegung von Gemeinden betrieb und dafür finanzielle Vergünstigungen gewährte, schloss sich mit 1. 1. 1969 Sieding, ebenso wie Flatz, der Stadtgemeinde Ternitz an, die dadurch zur achtgrößten Stadt Niederösterreichs anwuchs.
Der Name Sieding (früher „Sirnic“ bzw. auch „Sirnikke“) ist bereits viele Jahrhunderte nachweisbar. Sieding besaß einst das „Marktrecht“, was durch einen Beleg über einen „Markt Sieding“ von 1630 und durch die die Erläuterungen zur „Josefinischen Kriegskarte“, in der Sieding noch als „Markt Syring“ aufscheint, nachgewiesen werden kann.
Gemäß der „politischen Schulverfassung vom 2. August 1805“ sollte in Sieding täglich Schule gehalten werden. Wie zB im „Gemeindehäusl“, um 1820 im „Wagnerhäusl“ und am 1839 in einem eigenen kleinen Schulhaus. Der Unterricht litt aber an vielen Unterbrechungen, da die Hilfslehrer täglich von St. Johann nach Sieding zu kommen hatten, was sie aber nicht immer taten. Im Jahre 1883 kam es dann aber schließlich zur Errichtung „eines für den Unterricht geeigneten zweiklassigen Schulgebäudes“.
Seit 1868 gibt es ein Postamt im Ort, und in den Jahren 1931/32 wurde die ´Mariahilf-Kirche´ und 1945 ein Friedhof gebaut.


